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Russische Lackkunst

Die Entstehung der Lackkunst in Rußland geht auf Anregungen aus dem Westen zurück. So werden bereits im 18. Jahrhundert verschiedene Zarenpaläste mit Lackvertäfelungen und Lackmöbeln ausgestattet, die jedoch auf Entwürfen ausländischer Meister basieren. Einen wichtigen Impuls gewinnt die russische Lackkunst gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als der Moskauer Kaufmann Pjotr Ivanovitsch Korobow in Deutschland Exponate der Braunschweiger Stobwasser-Manufaktur kennen lernt. Im 19. Jahrhundert etabliert sich die russische Lackkunst zu einer eigenständigen Schule in Europa. In Russland rücken nunmehr lackierte Schnupftabakdosen, Kästen unterschiedlicher Formate und Etuis aus Papiermaché in den Mittelpunkt. Während sich die Lackarbeiten der Manufakturen bis um 1850 stark am westlichen Vorbild orientieren, vollzieht sich in der Folgezeit ein deutlicher Wandel hin zu russischen Sujets. Dazu zählen Episoden des bäuerlichen Lebens, das beliebte Motiv der Troikafahrt, die Darstellung von charakteristischen Gebäuden und Plätzen sowie Märchenszenen. Diese Entwicklung bildet in der Ausstellung des Museums für Lackkunst einen Schwerpunkt.

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