Lackierte Objekte waren und sind zu allen Zeiten in Japan gleichermaßen
künstlerischer Ausdruck wie auch fester Bestandteil des alltäglichen
Lebens. Die Anfänge der Lackkunst reichen bis in die vorchristliche
Zeit zurück. Während sich die chinesischen Lackarbeiten durch
ihre vielfältigen Erscheinungsformen auszeichnen, bestechen die
japanischen Exponate durch eine Technik, die sich seit dem 9. Jahrhundert
nach Christus zur Perfektion ausbildet: das Streubild. Das Grundprinzip
dieses raffinierten Verfahrens besteht darin, Gold- oder seltener auch
Silberpulver durch ein Röhrchen in den noch feuchten, zumeist schwarzen
Lackgrund einrieseln zu lassen. Dabei kann das Streubild entweder als
flache oder hohe Erhebung angelegt sein oder als aus überlackierten
Deckschichten herauspolierte Variante vorkommen. Diese Werke beeindrucken
durch ihr harmonisches Zusammenwirken von glänzenden Lackoberflächen
und strahlendem Golddekor. Sie bilden im Museum für Lackkunst sowohl
wegen ihrer technischen Vollkommenheit als auch wegen des Formenreichtums
(zum Beispiel Dosen, Kästen und diverse Gerätschaften) einen
besonderen Höhepunkt.