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Europäische Lackkunst

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts importieren die Portugiesen, Spanier, die englischen und holländischen Handelskompanien chinesische und japanische Lackarbeiten nach Europa. Die lackierten Objekte avancieren schnell zu begehrten Luxusartikeln und geben den entscheidenden Impuls zur Begründung der europäischen Lackkunst. Da der ostasiatische Rohlack bei einer hohen Luftfeuchtigkeit aushärtet, konnten die Europäer den Werkstoff nicht per Schiff einführen. So entwickeln sie bald eigene Lackrezepturen auf der Basis von Ölen, Harzen und Bindemitteln. Bis Ende des 17. Jahrhunderts dominieren Motive aus der Welt Ostasiens, besonders charakteristisch auf Möbeln, Kästen und Schatullen sind fremdländische Tier- und Pflanzenmotive sowie Szenen aus dem höfischen oder alltäglichen Leben. Im 18. Jahrhundert löst sich die Bildwelt aus der strengen Orientierung an ostasiatischen Vorlagen; anstatt zu imitieren, erfinden die Künstler eigene Motive. Zudem werden typisch europäische Sujets wie mythologische und galante Themen dargestellt.

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