12. November bis 18. Februar 2018

Bernard Langerock – Das Auge der Objekte. Fotografien und Formen in chinesischem Lack

Das Museum für Lackkunst zeigt in seiner Sonderausstellung vom 12. November 2017 bis 18. Februar 2018 „Das Auge der Objekte. Fotografien und Formen in chinesischem Lack“ etwa 30 Werke des Künstlers Bernard Langerock. Langerock, geboren in Belgien, lebt und arbeitet seit 1972 in Düsseldorf. Seit den 70er Jahren blickt er auf eine Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zurück. 

Im Rahmen eines Künstleraustauschprogramms der Stadt Düsseldorf erhielt Langerock 2013 ein Stipendium, durch das er einen mehrmonatigen Aufenthalt in Chongqing, China, absolvierte. Dort lernte er traditionelle chinesische Techniken des Kunsthandwerks wie die Herstellung von Porzellan, chinesische Tuschmalerei und Lackarbeiten kennen. Besonders fasziniert war der Fotograf und Künstler von der Tiefenwirkung des Lacks, die durch das mehrschichtige Auftragen entsteht.   

So setzt Bernard Langerock in seinen Fotografien die herausragende Eigenschaft des Lacks, spiegelglatte Flächen zu bilden, auf subtile Art und Weise um. Verschwommen, farbig getönt und eingetaucht in die Materialität des Lacks, spiegelt sich die Welt in ihnen wider. Auf diese Weise vermag der Betrachter nicht nur das Wesen des Lacks durch das Medium der Fotografie in ungewohnter Eindringlichkeit zu erfassen, sondern auch die Welt „mit den Augen des Lacks“ wahrzunehmen.

In der reflektierenden Fläche des traditionellen ostasiatischen Werkstoffs sieht Langerock primär eine Spiegelung der dreidimensionalen Welt in einer zweidimensionalen Fläche. Diese Reflexionen, so erläutert er, würden zu einer gewissen Irritation führen. Sie stellten die Sehgewohnheiten „auf den Kopf“ und eröffneten dadurch einen Perspektivwechsel, durch den die gespiegelten Objekte anders als gewohnt wahrgenommen würden.

Aber noch eine weitere Dimension interessiert Langerock ganz besonders: die Materialität, die früher in der analogen Fotografie zu finden war und in der digitalen verloren ging. Digitale Bilder seien, so der Künstler, „clean“ und makellos, ohne jegliche Spur einer Entwicklung, die ihm fehle. Seine Bilder seien der Versuch, diese Materialität über das Medium des Lacks wieder in die Fotografie einzubeziehen und dem Betrachter einen Eindruck von Haptik und Oberflächenbeschaffenheit der Objekte zu vermitteln.  

Bei einem Betrachter durch Fotografien – von Langerock interpretiert als „Farben und Formen“ – eine Wirkung hervorzurufen, sei das erklärte Ziel eines jeden Fotografen. Hierbei sei allerdings wichtig, die Erfahrungen und Erlebnisse jedes einzelnen, der die Aufnahme betrachtet, zu berücksichtigen, da sie es sind, die die Wahrnehmung und die Assoziationen maßgeblich beeinflussen. Als ein Beispiel führt er eine Aufnahme des World Trade Centers in New York an, die bei den meisten Betrachtern eine Assoziation mit den Anschlägen des 9. September 2001 hervorrufen wird. Bilder können, so erläutert der Künstler, eine Geschichte erzählen, ohne dass der Zuschauer sie kennt und Hintergrundwissen zur Verfügung hat. Schon in diesem Falle würde ein Dekodierungsvorgang beim Betrachter ausgelöst, um das Gesehene einzuordnen und zu entschlüsseln. Für eine vollständige Einordnung der Wahrnehmung seien darüber hinaus ergänzende Hintergrundinformationen erforderlich. 

  

  Impressionen der Ausstellung

 

 
4. April bis 20. August 2017

Diplomarbeiten – Paris, St. Petersburg, Hangzhou, Kanton, Tokio

Diese Ausstellung ist die erste, die sich mit internationaler Beteiligung der akademischen Ausbildung im Studiengang „Lackkunst“ widmet, die nur an sehr wenigen Kunsthochschulen weltweit überhaupt möglich ist. Einer der wichtigsten Aspekte ist die Vermittlung der traditionellen Techniken mit dem Ziel, sie für Gegenwart und Zukunft zu bewahren und zu ihrer innovativen Interpretation anzuleiten. Dabei wurden die besten Diplom- bzw. Abschlussarbeiten der Lackklassen aus den vergangenen fünf bis zehn Jahren zusammengeführt. Die einzig mitwirkende Institution aus Deutschland ist das Museum für Lackkunst als Veranstalter, da keine deutsche Kunsthochschule einen Studiengang „Lackkunst“ anbietet. Die Partner, mit deren Unterstützung die Schau realisiert werden konnte, sind:

  • die École nationale supérieure des arts et des métiers d’art in Paris,
  • die Staatshochschule für Volkskünste in Sankt Petersburg,
  • die China Academy of Art in Hangzhou,
  • die Academy of Fine Arts in Kanton und
  • die Tokyo University of the Arts in Tokio. 

Die Ausstellung umfasst 48, mitunter mehrteilige Objekte unterschiedlichen Formats: darunter kleinformatige Kästen, große und kleinere Wandpaneele, eine Reihe von Plastiken in Trockenlacktechnik1 sowie eine Rauminstallation. Sie sind mit ostasiatischem Naturlack, traditionellem europäischem Öl/Harz-Lack oder modernem synthetischem Lack in einer Vielzahl von Techniken gearbeitet.

Die Förderung von Gegenwart und Zukunft der Lackkunst war und ist dem Museum für Lackkunst ein zentrales Anliegen. Langjährige Kontakte zu den internationalen Kunstakademien und -universitäten sowie der enge Austausch mit den Professoren ihrer Lackklassen haben das Bewusstsein für die Bedeutung des Studiengangs für das Fortbestehen dieses Kunstzweigs geschärft und die Verwirklichung der Ausstellung ermöglicht. Nachwuchstalente sollen ermutigt und in vielfältiger Weise angeregt werden. 

Die Sommer-Ausstellung des Museums für Lackkunst flankiert gleichzeitig die in diesem Sommer zum fünften Mal stattfindenden Skulptur Projekte Münster.

 

  Impressionen der Ausstellung

 

 

Sonderkonzert

Albrecht Menzel, Jahrgang 1992, wird in diesem Jahr erstmalig im Museum für Lackkunst, Münster, zu Gast sein. Er wird seinem Auditorium einen abwechslungsreichen Genuss mit Werken von Johann Sebastian Bach, Eugen Ysaye, Niccolo Paganini und Heinrich Wilhelm Ernst bieten.
 
Seinen ersten Geigenunterricht erhielt Menzel im Alter von vier Jahren und debütierte mit dreizehn als Solist bei den Dresdner Musikfestspielen. Ebenfalls als Solist konzertierte er mit vielen renommierten Orchestern aus aller Welt und gastierte bei Festspielen im In- und Ausland. Mit neunzehn Jahren spielte Albrecht Menzel, gemeinsam mit dem Leipziger Symphonie Orchester, bei den Mendelssohn Festtagen Leipzig 2011 unter dem Dirigat von Kurt Masur das Mendelssohn Violinkonzert op. 64. Darüber hinaus tourte gemeinsam mit Anne-Sophie Mutter in den USA, Kanada und Europa.
 
Der junge Virtuose ist vielfach ausgezeichneter Preisträger internationaler Wettbewerbe, darunter der Internationale Violin Wettbewerb Torun Polen, Jugend musiziert sowie der Internationale David Oistrach Violinwettbewerb. Menzel ist Stipendiat der Jürgen Ponto-Stiftung Frankfurt sowie des Gerd-Bucerius-Stipendiums der Deutschen Stiftung Musikleben Hamburg und Träger des Eduard-Söring-Preises. Albrecht Menzel spielt eine Violine von Antonio Stradivari (1709), eine Leihgabe der Deutschen Stiftung Musikleben Hamburg.


 
Kartenvorverkauf
Karten für die Konzerte sind zum Preis von 15,00 € zu den Öffnungszeiten, mittwochs bis sonntags sowie an gesetzlichen Feiertagen von 12.00 bis 18.00 Uhr und dienstags von 12.00 bis
20.00 Uhr, an der Kasse des Museums für Lackkunst erhältlich.

 
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an

Julia Kroker
Leiterin Marketing und Kommunikation
Telefon: +49.2501.143233

 

 
April 10 to July 3, 2016

Building a bridge between East and West – four centuries of Japanese lacquer work for export

The exhibition “A bridge between East and West — four centuries of Japanese lacquer work for export” which will be held in the Museum of Lacquer Art from April 10, 2016 is devoted to objects that were manufactured in Japan specifically for the European market. For this reason, these objects reflect characteristic stylistic developments in form and decoration that differ from the lacquer work intended for the domestic market. They can thus be regarded as a link between the East Asian and European cultures. The forms and functions of the objects were adapted to European requirements, and they were designed in accordance with the specifications laid down by European customers.

The Museum of Lacquer Art is in possession of a substantial collection of such objects dating from the late 16th to the late 19th centuries. The exhibition provides the first opportunity to present this collection in its entirety, with a complete documentation in the catalog. The museum's own exhibits will be augmented by loaned items from public and private collections in Germany such as the Hessian House Foundation, the Ulm Museum and the Dresden State Art Collections. It was of particular importance to the curator to enhance the view of exported lacquer work by supplementing the museum's own collection with little-known or unknown exhibits from elsewhere. The exhibition is comprised of 60 objects.

The long period of time covered by the items in the museum's own collection provides an overview of stylistic developments in export lacquer work in three centuries. The objects were manufactured in specialist workshops in Kyoto and Nagasaki, whereby the artists who produced them remain anonymous.

When being asked whether any of the items are of exceptional significance, the Director of the museum, Dr Monika Kopplin, points out a display cabinet from the museum's own collection. "This item can be dated back to around 1630. It is a rare, high-quality example of the style representing a transition between the so-called Namban lacquers and the subsequent export lacquers of the 17th century." 

There are also two especially appealing objects from the late 19th century, she adds: Two model tea houses that can be opened, and which originally contained miniature tea services. One is part of a private collection, and the other one is owned by the museum.

The lacquer art expert adds: "I am extremely pleased that this exhibition has enabled us to display another part of our collection in its entirety, and to document it in an academic catalog."

One of the exhibits is particularly dear to her heart. Dr Kopplin explains that this object has only recently been acquired for the museum's collection. It is part of a Japanese lacquer cabinet – in this case the upper section. It is undoubtedly an object of the highest quality category. It was common practice in 18th century France to dismantle Japanese lacquer furniture to obtain individual panels that were then “applied” to French lacquer furniture. The junctions were then concealed by valuable bronzes. Dr Kopplin describes the unusual exhibit: "Our lacquer panel was certainly intended for such a use, but was spared. What I find at least as intriguing, though, is what is portrayed: Chinese children taking part in a reading and writing lesson. The depictions of them are very vivid."

The special exhibition, in planning since 2014, was prepared by Dr Antje Papist-Matsuo, who also drew up the academic catalog that will be available in the museum shop.


 
  Impressions of Ikeda Iwao

 
10. April bis 3. Juli 2016

Brückenschlag von Ost nach West – Japanischer Exportlack aus vier Jahrhunderten

Die Ausstellung „Brückenschlag von Ost nach West – Japanischer Exportlack aus vier Jahrhunderten“, die das Museum für Lackkunst ab dem 10. April 2016 zeigt, widmet sich Objekten, die in Japan eigens für den europäischen Markt hergestellt wurden. Sie weisen daher im Vergleich zu den Lackarbeiten für heimische Abnehmer eine ganz eigene Stilentwicklung mit charakteristischen Elementen in Formgebung und Dekoren auf und sind damit als ein Bindeglied zwischen der Kultur Ostasiens und Europas zu sehen. Die Formen und Funktionen der Objekte sind europäischen Bedürfnissen angepasst; in ihrer Gestaltung folgten sie Vorgaben der europäischen Auftraggeber.

Das Museum für Lackkunst besitzt einen beachtlichen Eigenbestand solcher Objekte, die aus dem späten 16. bis späten 19. Jahrhundert datieren. Dieser Bestand wird in der Ausstellung erstmalig in seiner Gesamtheit präsentiert und im Katalog vollständig dokumentiert. Die eigenen Exponate werden um Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, so unter anderem aus der Hessischen Hausstiftung, dem Stadtmuseum Ulm und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, bereichert. Der Kuratorin war es ein besonderes Anliegen, in Ergänzung zu dem hauseigenen Sammlungsbestand vor allem weniger oder unbekannte Objekte auszuwählen und so das Bild von den Exportlacken zu erweitern. Insgesamt umfasst die Ausstellung 60 Exponate.

Durch die große Zeitspanne, die die Objekte aus der museumseigenen Sammlung abdecken, ergibt sich ein Überblick über drei Jahrhunderte, der in komprimierter Form die stilistische Entwicklung der Exportlacke vor Augen führt. In darauf spezialisierten Werkstätten in Kyoto und Nagasaki entstanden, bleiben die Künstler selbst in der Anonymität.

Auf die Frage nach einem Objekt von besonderer Bedeutung benennt die Direktorin des Museums, Dr. Monika Kopplin, einen Kabinettschrank aus der eigenen Sammlung. „Das Stück kann um 1630 datiert werden und ist ein seltenes, qualitätvolles Beispiel im Übergangsstil zwischen den sogenannten Namban-Lacken und den späteren Exportlacken des 17. Jahrhunderts.“

Besonders reizvoll, so fährt sie fort, seien zwei Objekte aus dem späten 19. Jahrhundert: kleine Teehäuschen, die geöffnet werden können und in denen sich ursprünglich Miniatur-Teegeschirr befand. Eines stammt aus einer Privatsammlung; das andere ebenfalls aus eigenem Bestand.

„Ich freue mich außerordentlich darüber, dass mit dieser Ausstellung ein weiterer Teilbestand unserer Sammlung vollständig ausgestellt und in einem wissenschaftlichen Katalog dokumentiert wird“, so die Expertin für Lackkunst.

Unter den Exponaten gibt es auch eines, das ihr ganz besonders am Herzen liegt. Es ist, so erläutert Kopplin, ein Objekt, das sie erst vor kurzem für die Sammlung des Museums erwerben konnte. Es handelt sich dabei um das Fragment, d.h. um ein Teilstück eines japanischen Lackkabinetts – in diesem Fall die Oberseite. Zweifellos repräsentierte es ein Objekt der qualitativ höchsten Kategorie. In Frankreich war es im 18. Jahrhundert verbreitete Praxis, japanische Lackmöbel zu einzelnen Paneelen zu zerschneiden und diese auf französische Lackmöbel aufzubringen oder, wie man im Fachjargon sagt, „aufzufurnieren“. Die Schnittstellen wurden dabei mit kostbaren Bronzen verkleidet. „Unser Lackpaneel war zweifelsfrei für einen solchen Zweck vorgesehen, blieb jedoch von diesem Procedere verschont. Nicht weniger begeistert mich jedoch seine Darstellung: chinesische Kinder, die in einer Lese- und Schreibstunde erfasst sind und deren Darstellung sich durch große Lebendigkeit auszeichnet“, beschreibt Kopplin das erlesene Stück.

Die seit 2014 in Planung befindliche Sonderausstellung  wurde von Dr. Antje Papist-Matsuo vorbereitet, die auch den wissenschaftlichen Katalog verfasst hat, der im Museumsshop erhältlich sein wird.

 

  Impressionen der Ausstellung

 

 
October 25, 2015 – February 7, 2016

Positions in Contemporary Korean Lacquer Art

The special exhibition Positions in Contemporary Korean Lacquer Art showcases select objects by well-known artists that offer a privileged insight into present-day lacquer art on the Korean peninsula. Currently, the country’s lacquer artists are applying a variety of techniques from the treasury of the Korean tradition and interpreting them anew. The objects being presented at the Museum of Lacquer Art testify to the special and independent path that has been pursued by Korean lacquer artists since the turbulent times their country went through in the last century.

 

In 2012/13 Dr. Patricia Frick was curator for the highly successful exhibition Korean Lacquer Art: Aesthetic Perfection at the Museum of Lacquer Art. Following the positive response to the exhibition and its associated catalogue Dr. Frick felt the desire to give deeper consideration to further aspects of Korean lacquerwork. “Both on my travels in Korea and at international conferences I have had the opportunity to meet Korean lacquer artists,” explains the curator, “and these encounters have inspired me to make a closer study of this particular 21st-century art form and make it the subject of a special exhibition.” After having sponsored the 2012/13 exhibition, the Korea Foundation has not only continued to give Patricia Frick hearty support and encouragement but has also agreed to act as sponsor for her second project in this field.

 

Dr. Frick points out that Positions in Contemporary Korean Lacquer Art is an exhibition with many facets, highlighting not only diversity and continuity but also innovation, contemporary relevance, and the modern interpretation of traditional craft techniques. Patricia Frick selected the artists in accordance with two criteria: while they had to be using traditional techniques for constructing and finishing their lacquer objects, they also had to have broken away from the traditional forms and motifs of Korean lacquer art in order to pursue independent paths of their own. Prominent amongst the traditional techniques are the so-called “dry lacquer” technique and the inlaying of lacquer with mother-of-pearl, both of which are in evidence in the work of the Korean artists selected. Furthermore, all nine artists have completed university studies in addition to their training in the craft of lacquerwork. In addition, some have spent time studying in other Asian countries apart from Korea – which has frequently proved to be an important source of inspiration for their creative work.

 

When asked what she personally considers to be special about the exhibition, Patricia Frick answered that it “shows how traditional techniques of Korean lacquerwork are being innovatively applied and reinterpreted for our own time.” However, said the sinologist and expert for East Asian art, one could only fully appreciate this by seeing all the objects in their totality; the exhibition’s special character and message could not be conveyed by spotlighting any one of the chosen pieces. Every one of the nine artists, the curator emphasized, possessed an exceptional oeuvre with a special character of its own.

The artists whose works will be presented at the exhibition in Münster are the following:

 

CHOE Young Keun

CHUNG Hae Cho

CHUNG Young Hwan

JUNG Yong Ju

KIM Seol

KIM Sung Soo

LEE Hwa Jin

LEE Eun Hee

MOON Young Sic

 

The works, which cover a time span of three decades, are on loan from the respective artists and from private collectors.

 

  Impressions of Korean Lacquer Art 

 

 
25. Oktober 2015 – 07. Februar 2016

Positionen der zeitgenössischen Lackkunst Koreas

Die Ausstellung „Positionen der zeitgenössischen Lackkunst Koreas“ gewährt mit ausgewählten Arbeiten renommierter Künstler Einblick in die gegenwärtige Lackkunst der koreanischen Halbinsel. Diverse Techniken, die Teil der reichen koreanischen Tradition sind, werden von der aktuellen Lackkunst Koreas aufgegriffen und neu interpretiert. Die im Herbst/Winter 2015 im Museum für Lackkunst präsentierten Arbeiten sind künstlerischer Ausdruck eines eigenen und unabhängigen Weges, den die koreanische Lackkunst nach einem wechselvollen 20. Jahrhundert gegangen ist.

Nach der positiven Resonanz auf ihre Ausstellung „Ästhetik in Vollendung – die Lackkunst Koreas“, der ersten ihrer Art im Westen,  die 2012/2013 im Museum für Lackkunst zu sehen war, und die damit verbundene wissenschaftliche Publikation, lag es für die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Patricia Frick, nah, weitere Aspekte der koreanischen Lackkunst aufzugreifen und zu vertiefen. „Sowohl bei meinen Reisen nach Korea als auch bei internationalen Konferenzen habe ich koreanische Lackkünstler kennengelernt. Sie haben mich inspiriert, einen vertiefenden Blick auf diese besondere Kunstform des 21. Jahrhunderts zu werfen und ihr eine eigene Ausstellung zu widmen“, erläutert die Kuratorin. Von der Korea Foundation, die bereits Kooperationspartner der ersten Ausstellung war, wurde sie nicht nur in ihrem Vorhaben bestärkt, eine Schau zeitgenössischer koreanischer Lackkünstler zu realisieren, sondern erhielt auch erneut eine Zusage auf Förderung.

Zu den Charakteristiken der Ausstellung „Positionen der zeitgenössischen Lackkunst Koreas“ zählen so unterschiedliche Facetten wie Diversität und Kontinuität, aber auch Innovation und Aktualität sowie die moderne Interpretation traditioneller kunsthandwerklicher Techniken, so Frick. Die Auswahl der Künstler habe sie darauf basierend getroffen, dass alle zwar auf traditionelle Gestaltungs- und Veredelungsformen der Lackkunst zurückgreifen, damit aber dennoch einen eigenständigen, von den überlieferten Formen und Motiven der koreanischen Lackkunst losgelösten Weg beschreiten. Zu den traditionellen Verfahren gehören die sogenannte Trockenlacktechnik und das Einlegen von Perlmutt – beide Techniken finden sich im Oeuvre der koreanischen Künstler. Darüber hinaus ist allen neun Künstlern zu Eigen, dass sie in Ergänzung zu ihrer kunsthandwerklichen Ausbildung ein Hochschulstudium absolviert haben und einige von ihnen  Studienjahre im asiatischen Ausland verbracht haben – häufig eine ihr Werk stark prägende Quelle der Inspiration.

„Die Ausstellung zeigt auf, wie traditionelle Techniken der koreanischen Lackkunst in der heutigen Zeit neu und innovativ interpretiert und umgesetzt werden“, antwortet die Sinologin und Expertin für ostasiatische Kunst, Dr. Patricia Frick, auf die Frage, was die Ausstellung für sie ganz persönlich auszeichnet. Da es die Gesamtheit der Objekte ist, die diese Ausstellung so besonders macht, sei es auch nicht möglich, ein einziges davon auszuwählen und hervorzuheben. Das Werk jedes einzelnen der neun Künstler, betont die Kuratorin, sei außergewöhnlich.

Die Künstler, deren Werke im Rahmen der Schau in Münster zu sehen sein werden, sind:

CHOE Young Keun

CHUNG Hae Cho

CHUNG Young Hwan

JUNG Yong Ju

KIM Seol

KIM Sung Soo

LEE Hwa Jin

LEE Eun Hee

MOON Young Sic

Leihgeber der fünfzig Objekte umfassenden Schau sind die Künstler selbst sowie private Sammler, die Werke decken eine Zeitspanne von drei Jahrzehnten ab.

Zu sehen ist die Schau vom 25. Oktober 2015 bis 7. Februar 2016 im Museum für Lackkunst, Münster. Führungen durch die Ausstellung werden jeweils dienstags um 17.30 Uhr angeboten, der zur Ausstellung erscheinende Katalog ist im Museumsshop erhältlich.

  Impressionen der Ausstellung

 

 

Archive


 
/en/koreanischelackkunst

Positions of Contemporary Korean Lacquer Art

October 25, 2015 to February 7, 2016

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/en/dagly


Gérard Dagly April 19 to July 26, 2015

Gérard Dagly 1660 bis 1715 und die Berliner Hofwerkstatt

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/en/moskopp

ULRICH MOSKOPP. DAMMAR
September 4, 2014 to January 11, 2015

The works created by Ulrich Moskopp (*1961) comprise a wide range of groups of works united by a common fundamental objective: the merging of light and body through conceptual art in the guise of subjective painting.

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/en/bamboo_lacquer


March 23 to July 27, 2014

Ikeda Iwao (*1940) is an artist who lends his objects new forms and functions. The way he plays with the traditions of Japanese art, particularly of the culture of the Japanese tea ceremony, is free and easy.

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Sonderausstellung | 19. April bis 26. Juli 2015

Gérard Dagly 1660 bis 1715 und die Berliner Hofwerkstatt

Die 1687 gegründete Berliner Hoflackwerkstatt war die erste ihrer Art in Europa. Unter Gérard Dagly entstanden in den 25 Jahren ihres Bestehens Lackmöbel, Vertäfelungen und Zierobjekte von herausragender Bedeutung in einem Stil, der in seiner Umsetzung ostasiatischer Vorbilder wegweisend war. Über motivische und technologische Adaption hinaus zeichnet er sich durch tiefere Einfühlung vor allem in die japanische Ästhetik aus und war darin seiner Zeit weit voraus. Ausstellung und Katalogbuch nehmen das dreihundertste Todesjahr von Gérard Dagly zum Anlass, Werk und Archivbestand gesamthaft zu erschließen. 

  Impressionen der Ausstellung

 

 
Current special exhibition | September 4, 2014 to January 11, 2015

ULRICH MOSKOPP. DAMMAR

The works created by Ulrich Moskopp (*1961) comprise a wide range of groups of works united by a common fundamental objective: the merging of light and body through conceptual art in the guise of subjective painting. The exhibition at the Museum of Lacquer Art is dedicated exclusively to Moskopp’s dammar pictures, which owe their special effect to the use of the tropical dammar resin. As Moskopp discovered, this material makes possible images that cannot be achieved with any other substance and visualizes spaces that are otherwise imperceptible. During painting, the paint flows ever so slowly, ultimately reaching a standstill and drying with a high-gloss finish. The finish generates singularly impressive spatial phenomena by guiding the light in an array of refractions into the depths. An exhibition catalogue is available at the museum shop for €18.

 

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