25. Oktober 2015 – 07. Februar 2016

Positionen der zeitgenössischen Lackkunst Koreas

Die Ausstellung „Positionen der zeitgenössischen Lackkunst Koreas“ gewährt mit ausgewählten Arbeiten renommierter Künstler Einblick in die gegenwärtige Lackkunst der koreanischen Halbinsel. Diverse Techniken, die Teil der reichen koreanischen Tradition sind, werden von der aktuellen Lackkunst Koreas aufgegriffen und neu interpretiert. Die im Herbst/Winter 2015 im Museum für Lackkunst präsentierten Arbeiten sind künstlerischer Ausdruck eines eigenen und unabhängigen Weges, den die koreanische Lackkunst nach einem wechselvollen 20. Jahrhundert gegangen ist.

Nach der positiven Resonanz auf ihre Ausstellung „Ästhetik in Vollendung – die Lackkunst Koreas“, der ersten ihrer Art im Westen,  die 2012/2013 im Museum für Lackkunst zu sehen war, und die damit verbundene wissenschaftliche Publikation, lag es für die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Patricia Frick, nah, weitere Aspekte der koreanischen Lackkunst aufzugreifen und zu vertiefen. „Sowohl bei meinen Reisen nach Korea als auch bei internationalen Konferenzen habe ich koreanische Lackkünstler kennengelernt. Sie haben mich inspiriert, einen vertiefenden Blick auf diese besondere Kunstform des 21. Jahrhunderts zu werfen und ihr eine eigene Ausstellung zu widmen“, erläutert die Kuratorin. Von der Korea Foundation, die bereits Kooperationspartner der ersten Ausstellung war, wurde sie nicht nur in ihrem Vorhaben bestärkt, eine Schau zeitgenössischer koreanischer Lackkünstler zu realisieren, sondern erhielt auch erneut eine Zusage auf Förderung.

Zu den Charakteristiken der Ausstellung „Positionen der zeitgenössischen Lackkunst Koreas“ zählen so unterschiedliche Facetten wie Diversität und Kontinuität, aber auch Innovation und Aktualität sowie die moderne Interpretation traditioneller kunsthandwerklicher Techniken, so Frick. Die Auswahl der Künstler habe sie darauf basierend getroffen, dass alle zwar auf traditionelle Gestaltungs- und Veredelungsformen der Lackkunst zurückgreifen, damit aber dennoch einen eigenständigen, von den überlieferten Formen und Motiven der koreanischen Lackkunst losgelösten Weg beschreiten. Zu den traditionellen Verfahren gehören die sogenannte Trockenlacktechnik und das Einlegen von Perlmutt – beide Techniken finden sich im Oeuvre der koreanischen Künstler. Darüber hinaus ist allen neun Künstlern zu Eigen, dass sie in Ergänzung zu ihrer kunsthandwerklichen Ausbildung ein Hochschulstudium absolviert haben und einige von ihnen  Studienjahre im asiatischen Ausland verbracht haben – häufig eine ihr Werk stark prägende Quelle der Inspiration.

„Die Ausstellung zeigt auf, wie traditionelle Techniken der koreanischen Lackkunst in der heutigen Zeit neu und innovativ interpretiert und umgesetzt werden“, antwortet die Sinologin und Expertin für ostasiatische Kunst, Dr. Patricia Frick, auf die Frage, was die Ausstellung für sie ganz persönlich auszeichnet. Da es die Gesamtheit der Objekte ist, die diese Ausstellung so besonders macht, sei es auch nicht möglich, ein einziges davon auszuwählen und hervorzuheben. Das Werk jedes einzelnen der neun Künstler, betont die Kuratorin, sei außergewöhnlich.

Die Künstler, deren Werke im Rahmen der Schau in Münster zu sehen sein werden, sind:

CHOE Young Keun

CHUNG Hae Cho

CHUNG Young Hwan

JUNG Yong Ju

KIM Seol

KIM Sung Soo

LEE Hwa Jin

LEE Eun Hee

MOON Young Sic

Leihgeber der fünfzig Objekte umfassenden Schau sind die Künstler selbst sowie private Sammler, die Werke decken eine Zeitspanne von drei Jahrzehnten ab.

Zu sehen ist die Schau vom 25. Oktober 2015 bis 7. Februar 2016 im Museum für Lackkunst, Münster. Führungen durch die Ausstellung werden jeweils dienstags um 17.30 Uhr angeboten, der zur Ausstellung erscheinende Katalog ist im Museumsshop erhältlich.

  Impressionen der Ausstellung