In China wird der Saft des in Südostasien heimischen Lackbaumes schon
seit dem 4./5. Jahrhundert vor Christus als konservierender Werkstoff
und ästhetisches Ausdrucksmittel eingesetzt. Mit natürlichen
Pigmenten eingefärbt stellt der Lacksaft ein vielseitiges Medium
dar. Das Museum für Lackkunst zeigt in seiner Sammlung eine repräsentative
Auswahl an chinesischen Ziertechniken. Neben Beispielen für die
Lackmalerei, das älteste und zugleich einfachste Verfahren, finden
sich Exponate, die die aufwändige Technik der Lackschnitzkunst zeigen.
Bei diesen Arbeiten aus dem 14. und 15. Jahrhundert sind ornamentale
oder gegenständliche Motive in einen mehrschichtigen Lackgrund geschnitten.
Weitere Techniken sind Einlegearbeiten sowie gefüllte und gravierte
Lacke. Insgesamt bietet sich dem Betrachter ein Farbspektrum von roten,
schwarzen und ockerfarbenen Tönen. Diese Farbtöne werden auch
mit Goldlack oder Fremdmaterialien wie etwa Perlmutter, Metall oder Fischhaut
kombiniert.